Das Gute an Corona

Alles im Leben hat zwei Seiten, deshalb habe ich mich gefragt, was könnten die positiven Seiten von Corona sein? Hier meine kleine Liste, die ich innerhalb von 5 Minuten runtergeschrieben habe. Sie ist bestimmt nicht vollständig, aber sie hat mir mindestens so viel Hoffnung gegeben, wie ich in den letzten Tagen Furcht angehäuft hatte.

Das Gute an Corona könnte sein,

Alles ist möglich ...

dass wir lernen mit unseren Ängsten umzugehen.
dass wir an einer Krise mehr wachsen, als in einem Umfeld, in dem alles in Ordnung ist.
dass wir lernen, Medien bewusst zu konsumieren.
dass wir „draußen sein“, die Natur, Sonne und frische Luft nicht mehr als selbstverständlich hinnehmen und …
dass wir deshalb mehr auf unsere Umwelt achten.
dass wir für unsere Hobbies Zeit haben oder neue Fähigkeiten entdecken und erlernen.
dass ich mit Freunden und Familie, vielleicht sogar unsere Gesellschaft näher zusammen rückt.
dass wir flächendeckend den Arbeitgebern zeigen können, dass Homeoffice funktioniert.
dass wir uns an unserer Familie erfreuen und wir die gemeinsame Zeit genießen.
dass wir die Gelegenheit haben uns von Gewohnheiten und Menschen zu trennen, die uns in dieser Krisenzeit behindern, statt uns zu unterstützen.
dass wir uns auf das Wesentliche konzentrieren.
dass wir bemerken, wie klein und nichtig die Probleme der letzten Monate waren.
dass wir dankbarer sind.

Ich werde mir das jetzt jeden Tag durchlesen. Mein Denken, bestimmt mein Handeln. Ich habe zumindest in einem gewissen Rahmen die Möglichkeit zu entscheiden, ob ich mich mit negativem Denken in einer (gedanklichen) Welt der Angst befinde, oder ob ich meine Energien nutze, um zumindest mit mir selbst im Frieden zu sein.

Was würde auf deiner Liste stehen?

Er ist ein schlechter Freund

Hinter dem Gedanken, „Sie ist eine schlechte Freundin“ entdeckte ich einen tieferen Glaubenssatz: „Es gibt schlechte Freunde!“
Diese Überzeugung habe ich heute geworkt, weil sie mich gestresst und ärgerlich gemacht hat. Ich habe viele tolle Erkenntnisse gefunden.

„Es gibt schlechte Freunde!“ Ist das wahr?
Wow, nein. Im Gegenteil!
Ich fand heraus, dass ich die Person von seiner Tat trennen sollte. Wenn mir ein „schlechter Freund“ Geld schuldet, dann kann er immer noch ein sehr geduldiger, loyaler Zuhörer sein. Dass er mir mein Geld noch nicht zurück gegeben hat, kann gute Gründe haben.
Die „schlechten“ Eigenschaften eines Menschen, muss ich nicht persönlich nehmen. Wenn z.B. jemand unpünktlich ist, ist er das nicht unbedingt, weil er mich mit Absicht ärgern will.
Auf manche „schlechte“ bin ich nur sauer, weil sie eine Wahrheit gesagt haben, die ich nicht hören wollte – das macht sie zu viel besseren Freunden, als die, die sich nicht trauen ehrlich zu sein.
Es sind keine schlechten Freunde, sondern nur Menschen. Jeder lebt nach seinem besten Wissen und Gewissen. Und herrje, plötzlich fällt mir auf, wie oft ich selbst ein schlechter Freund war …

Wenn es also keine schlechten Freunde gibt. Ist es dann wahr, wenn ich denke „Es gibt gute Freunde!“? Offenbar hat mich diese Überzeugung genauso gestresst. Vor allem, wenn ich mich selbst unter Druck setze um „ein guter Freund zu sein“…

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Anm. zum Foto: Auch den Tieren schreiben wir oft zu, dass sie in manchen Beziehungen gut oder schlecht sind … Ist das wahr?
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Ich muss … werden!?

Eine kleine „Work“ und eine große Erkenntnis.

Der Gedanke „Ich muss erfolgreich werden“ hat mich gestresst und bedrückt. Ich bin einen Schritt zurück gegangen, habe The Work gemacht und genauer hingesehen. Ist das wahr? Muss ich erfolgreich werden? Nein, das muss ich nicht.
Wie reagiere ich, wenn ich den Gedanken glaube? Ich werde nervös, hibbelig, verbringe viel Zeit damit, mir Geschichten zu erzählen, „wie ich mal nicht erfolgreich wurde“ und fühle mich klein und getrennt von meinen Stärken.
Wer wärst du ohne den Gedanken? Ich fühle mich befreit und stark, inspiriert und kraftvoll.
Welche Umkehrungen könnten wahr oder vielleicht wahrer sein?

Ich muss nicht erfolgreich werden. Denn ich bin in vielen Lebensbereichen sehr erfolgreich.
Und ich bin hier und jetzt genau richtig. Genau so erfolgreich, wie ich es genau jetzt sein soll. In einer Stunde vielleicht weniger erfolgreich oder noch erfolgreicher. Das werden wir dann sehen …
Ich muss scheitern. Da muss ich wirklich viel mehr lernen, als beim erfolgreich sein 🙂

Nach dieser Work ging es mir besser. Der Druck war weg.
Aber ich begann darüber nachzudenken, wie viele andere Dinge in meinen Gedanken darauf warteten zu „werden“ … Ich muss erfolgreich werden. Ich muss erwachsen werden. Ich muss gesund werden.
Wie oft verbringen wir alle Zeit damit, uns gedanklich damit auseinander zu setzen, was wir alles (noch) nicht sind. Was wir noch erreichen müssen. Ich muss dünner, klüger oder besser ausgebildet, reicher oder selbstbewusster, durchsetzungsfähiger oder ernstgenommen werden …

Labyrinth

Dabei fällt mir ein, dass ich vor einigen Jahren einen meditativen Lauf durch ein Labyrinth gemacht habe. Ich war beruflich an einem Scheideweg angekommen und ging mit der Frage: „Was soll aus mir werden?“ hinein.
In einem Labyrinth kann man sich (im Gegensatz zu einem Irrgarten) nicht verlaufen. Es gibt nur einen (meist gewundenen Weg), den man langsam abschreitet, bis man die Mitte erreicht hat. Die Augen sind beschäftigt den Weg zu finden, damit dein Körper weiß wohin er den nächsten Schritt setzen soll, deine Gedanken können frei fließen und in deinem Inneren nach einer Antwort suchen. Diese Antwort lautete bei mir nach etwa 20 Minuten des meditativen Gehens: „Alle wollen werden und keiner will sein.
Wenn ich mir innerlich Geschichten erzähle, von einer unvollkommenen Katie und wie sie abnehmen oder erfolgreich sein wird und was es bis dahin alles zu tun gibt und wie beschwerlich der Weg ist … wer lebt in dieser Zeit mein eigentliches Leben? Wer genießt dann das wunderbare Wasser in der Badewanne? Wer lacht über den lustigen Hund, der sich über die Wiese rollt? Wer fühlt die Frühlingssonne auf meinem Gesicht? Und plötzlich wird mir klar, wie viele wunderbare Momente ich in meinem Leben verpasse, während meine Gedanken in meinem Kopfkino einen „Zukunftsfilm“ anschauen.

Der Vulkan II

Ich saß in einer Besprechung und hatte wieder Glück:  Ich hatte es geschafft meinen Schutzanzug rechtzeitig an zu ziehen und konnte von drinnen den Ausbruch von Herrn Lava beobachten. Da wurde es mir plötzlich klar: Ich war eifersüchtig. Noch nie in meinem Leben hatte ich meine Wut so wunderbar heraus geschrieen.

Na klar, im nachhinein, wenn ich mir in meinem Kopfkino immer wieder diesen Film ansah, wie Herr Lava das ganze Büro kleingemacht hatte, jaaaa, da fielen mir plötzlich all die guten Sachen ein, die man hätte antworten können. Nein sollen!
Ihm mal so einen Gesteinsbrocken zurück an den Kopf pfeffern. Noch nie war ich mutig genug gewesen, es in diesem Moment auch zu tun.
Aber jetzt trug ich meinen Schutzanzug. Ich stand auf, rückte mich gerade und schrie Herrn Lava direkt ins Gesicht: „Sie schreien so laut, dass man gar nicht hören kann was Sie sagen!“
Da wurde er still …

Das Brunnenmädchen III

Einmal setzte ich mich neben den Brunnen. Ich blieb ganz still, weil ich nicht wusste, ob ich störte. Ich wünschte mir, das Brunnenmädchen würde mit mir reden, mir seine Sorgen verraten.
Ich wartete.
Lange.
In Gedanken sprach ich mit ihm. Wurde wütend dabei. Schrie es an, dass ich meine Zeit auch sinnvoller verbringen könnte, als hier bei ihm zu sitzen. Da merkte ich, dass ich ja sprach und meinen Gedanken zuhörte und wenn ich nicht meine eigene Stimme, sondern die des Brunnenmädchens hören wollte, müsste ich mich wohl bemerkbar machen.
„Willst du reden?“, rief ich hinab.
„Nein!“, antwortete es.
Ein kurzes Gespräch.
Aber ehrlich.

Das Brunnenmädchen II
Das Brunnenmädchen I

GEFAHRRRR

Mein Körper signalisiert Gefahr, meine Gedanken auch … kein Wunder, dass mein Pferd nicht entspannt ist.

In der Reitstunde hat mein Pferd heute große Angst vor einer Plane, die sich am Rand befindet, sich im Wind bewegt und manchmal raschelt. Ich mag schon gar nicht mehr dran vorbei reiten. Ich merke, wenn wir uns zur Plane hin bewegen, wie ich mich anspanne, meine Beine und Füße sind verkrampft, mein Sitz geht nicht mehr geschmeidig in der Bewegung mit, sondern wird starr. Meine Hände fassen die Zügel fester. Sind wir am Gegenstand vorbei und haben überlebt, entspannt mein ganzer Körper, meine Atmung setzt wieder ein, ich kann locker in der Bewegung mitgehen.
Puh, ich verstehe. Meine Gedanken sind bei der Gefahr und richten sich in die potenzielle Zukunft, dass das Pferd flüchten und ich herunterfallen könnte. Mein Körper reagiert darauf, erstarrt und signalisiert Gefahr. Kein Wunder, dass mein Pferd in Alarmbereitschaft ist.

In der nächsten Runde gehe ich auf dem vierten Hufschlag vorbei. Bringe mein Pferd nicht näher an die Gefahr, als es ertragen kann. Ich entspanne bewusst meinen Körper, sitze breit auf meinem Hintern und atme tief in den Bauch, sodass er sich nach außen wölbt.
Das ging schon besser.

In der nächsten Runde können wir schon auf dem dritten Hufschlag vorbei. Ich stelle mir vor, wie mein Körper aussehen würde, wenn ich maximal entspannt wäre. Atme tiiiief in den Bauch und lange aus.

In der nächsten Runde, sind wir schon fast an der Plane dran. Ich merke, dass ich meinen Gedanken eine bessere Aufgabe geben konnte: Wie fühlt sich ein entspannter Körper an? Jetzt drehen sich meine Gedanken nicht mehr um das potenzielle Herunterfallen, ich habe keine Angst mehr und mein Pferd bleibt die gesamte Stunde über entspannt, wenn wir an der Plane vorbei reiten.

Der Vulkan I

Ich kenne einen Vulkan, den nenne ich Herrn Lava. Oft ist Herr Lava ganz friedlich, harmlos möchte man sagen. Aber manchmal, regt ihn etwas furchtbar auf. Dann wird er erst still. Man hört schon, dass sich die Stimmung ändert. Alle Vögel hören auf zu singen, alle Tiere gehen in Deckung. Nach einem lauten Grollen, sprüht er seine ganze Wut heraus und hinterlässt viel verbrannte Erde. Man muss aufpassen, dass man nicht von der Lava getroffen wird. Kann böse Verbrennungen geben, an der Seele.

Aber ich verrate euch einen Trick: Wenn ich merke, dass der Vulkan gleich ausbrechen wird, ziehe ich meinen Schutzanzug an. So einer wie bei der Feuerwehr. Er ist mit speziellem Selbstbewusstsein beschichtet. Wenn der Vulkan ausbricht, kann ich durch die Schutzbrille sehen, was passiert, wenn er andere Menschen mit seiner Lava trifft. Aber ich da drinnen bin sicher.
Ich schalte in meinem Anzug den Stimmentzerrer ein. Damit kann ich als erstes die Lautstärke herunterdrehen. Früher hat mir das Geschrei Angst gemacht, aber jetzt wird mir ins Innere nur das übertragen was Herr Lava sagt, nicht wie laut seine Stimme ist. Wenn er zum Beispiel draußen schreit: „Ich bin hier nur von Idioten umgeben. …“ dann höre ich in meinem Anzug: „Ich sorge mich um das Ansehen unserer Firma. Wie können wir das beim nächsten Mal besser machen?“ Ich muss mich nicht angegriffen fühlen, ich muss meine Seele nicht beschützen. Ich weiß in meinem Anzug, dass Herr Lava mich nicht persönlich angreifen will und selbst wenn er wollte – weil er lieber mich verletzen würde, als den Fehler selbst zuzugeben – dass er mich nicht verbrennen kann.

Ich habe überlegt meinen Anzug patentieren zu lassen. Würdest du ihn kaufen?

Frühlingssonnewonne

Mit Pferd und Hund bin ich im Frühling spazieren. Fünfzehnter Februar, fünfzehn Grad. Die Sonne scheint, die Vögel singen. Nicht nur das Gras wächst glücklich wie verrückt.

Mensch und Fell sind warm von der unverhofften Frühlingssonne und wie wir so gehen, schaue ich meinem Pferd ins Gesicht. Die Augen sind halb geschlossen, die Nüstern saugen die Sonne tief ein und schnauben lustvoll alle Anspannung weg. Das ganze Gesicht ist weich und entspannt, der Kopf nickt im Takt der Schritte … so sieht ein glückliches Tier aus.

Ich fühle in meinen Körper und auch ich gehe ganz beschwingt. Mein Gesicht ist entspannt, kein Muskel verkrampft, kein Kiefer gepresst. Ich atme tief und gehe mit meinem Pferd im Gleichschritt. Kann ich noch mehr Anspannung loslassen? Noch weicher in den Knien mitfedern? Was riecht mein Pferd? Wohin zeigen seine Pferdeohren? Ich schaue, horche und schnuppere. Wir sind gemeinsam unterwegs. Entdecken, staunen, schmunzeln und genießen…
Ach, du herrliche Frühlingssonnewonne.

Das Brunnenmädchen II

Einmal ging ich am Brunnen vorbei. Ich warf einen Stein hinab. Ob ich das Brunnenmädchen wirklich treffen wollte oder nur wissen, wie tief der Brunnen ist, wusste ich selbst nicht.
Ich warf und ich traf …

So wusste ich, dass noch jemand da unten war.
Dass sie noch fühlte und noch bereit war, sich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren.